Regelmäßig nach Sizilien zu reisen, gehört für mich einfach zu meiner Arbeit bei der Streunerhilfe Sizilien. Ich bin im Verein für die Vermittlung unserer Hunde zuständig, betreue die deutsche Sammelstelle für Sachspenden und unterstütze den Verein derzeit kommissarisch als Kassenwartin. Vor Ort ist es mir wichtig, mich mit meiner Kollegin Bianca und den Volontären auszutauschen und vor allem die Hunde persönlich kennenzulernen. Das hilft ungemein dabei, später die passenden Familien für sie zu finden.


Vor Kurzem war ich bereits zum fünften Mal auf Sizilien – und dieses Mal hat mich meine Tochter Robin wieder begleitet. Sie hat bei allen Aufgaben mit angepackt, war bei den Besuchen in den Rifugien und bei Behördengängen dabei und hat unsere Vereinsarbeit mit großem Engagement unterstützt. Darauf bin ich wirklich stolz.


Natürlich haben wir wieder unsere beiden Partnerrifugien, Amici di Olivia und Phönix Associazione, besucht. Es ist jedes Mal ein Wechselbad der Gefühle. Es ist schön, die Menschen wiederzusehen, die sich mit unermüdlichem Einsatz um die Hunde kümmern. Gleichzeitig macht es traurig, wenn man einige Hunde nach Jahren immer noch dort antrifft. Genau das ist aber auch der Antrieb, weiterzumachen und für jeden einzelnen Hund eine Familie zu finden.


Zum ersten Mal habe ich mich auch in das Canile in Sciacca getraut. Dort hat einer meiner ehemaligen Pflegehunde über fünf Jahre seines Lebens verbracht. Ich wollte diesen Ort unbedingt einmal selbst sehen. Positiv überrascht haben mich die Sauberkeit der Anlage, die Freundlichkeit des Pflegers und das vertrauensvolle Verhalten der Hunde ihm gegenüber. Trotzdem bleibt ein Canile ein Canile – kein Ort, an dem ein Hund dauerhaft leben sollte.


Besonders beeindruckend ist für mich jedes Mal zu sehen, was Bianca und Dagmar in den vergangenen elf Jahren aufgebaut haben. In den Regionen, in denen die Streunerhilfe Sizilien aktiv ist, leben heute deutlich weniger Hunde auf der Straße. Das zeigt, dass nachhaltiger Tierschutz etwas bewirken kann.


Sehr gefreut hat mich außerdem, einige unserer deutschen Unterstützer wiederzusehen. Gemeinsam mit Bianca, Mandy, Petra, Michael und den anderen konnten wir uns austauschen, miteinander lachen und trotz aller Arbeit auch die schönen Seiten Siziliens genießen. Die Sonne, das Meer, das fantastische Essen, frischer Fisch, das unglaublich aromatische Obst und Gemüse, ein gutes Glas Wein und ein bisschen dolce vita geben Kraft für all die Herausforderungen, die der Tierschutz mit sich bringt.


Jeder Besuch macht mir wieder bewusst, warum wir diese Arbeit mit so viel Herzblut leisten. Für jeden Hund, der irgendwann die Chance auf ein eigenes Zuhause bekommen soll ❤️